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Rücksicht sieht anders aus, Herr Nachbaur!

Zuletzt aktualisiert von Michael Wladarsch am 2. Dezember 2016 - 14:57
Schwäbische Zeitung

Sehr geehrter Herr Nachbaur,

vielen Dank für Ihren Kommentar, aus dem eine tiefe Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse und die gleiche Rücksichtslosigkeit spricht, die Sie uns „aggressiven Atheisten” vorwerfen.
 
Der Bund für Geistesfreiheit München ist Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit als Weltanschauungsgemeinschaft den Kirchen laut Grundgesetz gleichgestellt.
 
In München sind inzwischen an die 60 % der Bevölkerung konfessionslos, man kann hier also von einer großen Bevölkerungsmehrheit sprechen, die sich nicht mehr von den etablierten Kirchen vertreten sieht.
 
Toleranz gilt immer auch für den Andersdenkenden.
Diese einzuklagen, im ideellen wie juristischen Sinn, war unser Ziel. Die selbstverständliche Vorherrschaft einer religiösen Ideologie passt nicht mit der, ebenfalls im Grundgesetzt festgelegten, Gleichbehandlung in einer pluralistischen Gesellschaft zusammen.
 
Die Richter in Karlsruhe haben lediglich bestätigt, was im Grundgesetz bereits festgeschrieben ist.
 
Dies hat nichts mit Querulantentum zu tun, sondern schlicht mit der Verteidigung von Grundrechten.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Michael Wladarsch
1. Vorsitzender