Die Künstlergruppe Frankfurter Hauptschulezeigt im Rahmen des Münchner Galeriewochenendes Various Others ihre neue Ausstellung †KUNST†. Hier werden ausschließlich im Internet günstig erworbene christliche Devotionalien gezeigt, zu Kunst erklärt und entsprechend teuer verkauft. Im Rahmen der Ausstellung hing das Kollektiv in den vergangenen Wochen auf eigene Faust Kruzifixe in die Dauerausstellung der Alten Pinakothek und in 46 andere Münchner Kunst- und Kultureinrichtungen – Orte, die vom bayerischen Kreuzerlass bislang ausgenommen sind. Die Ausstellung wird am 15. Mai, einen Tag nach Christi Himmelfahrt, eröffnet.
Der Bund für Geistesfreiheit München hat Aktion und Ausstellung finanziell unterstützt.
Wir dokumentieren an dieser Stelle die Pressemitteilung der Frankfurter Hauptschule vom 7. Mai 2026:
„Ende 2023 wurde Söders Kreuzerlass, demzufolge in allen bayerischen Behörden ein Kruzifix hängen muss, rechtlich bestätigt. Söder begründet diesen Eingriff mit dem Argument, das Kreuz sei primär kein religiöses Symbol, sondern stehe für ‹kulturelle Identität›. Diese Gedankenfigur hat viele Fans: vom konservativ-christlichen Kulturminister Wolfram Weimer über diverse AfD-Politiker bis zum US-Vizepräsidenten J. D. Vance und dessen Ziehvater, dem tiefgläubigen Tech-Milliardär Peter Thiel. Doch wieso macht der Kreuzerlass gerade vor Kulturinstitutionen Halt? Es ließe sich schließlich argumentieren, dass erstens Religion nur eine unterhaltsame Fiktion unter anderen und zweitens die Kunstwelt eine sich selbst beweihräuchernde Sekte ist.
Die Frankfurter Hauptschule (FHS) bietet u. a. eine Edition von zwölf kleinen Jesuskreuzen an. Einkaufspreis: 15 Euro pro Stück. Verkauft werden sie für das Zehnfache, 150 Euro. Wasser zu Wein, die Kunst macht’s möglich. Hängt sich der Käufer so ein Kruzifix zuhause auf, erkennt man keinen Unterschied zum herkömmlichen sakralen Objekt. Doch das Hauptschulkreuz ist durch die künstlerische Aufladung mit einer unsichtbaren Bedeutung vermint.
Eine Sprecherin der FHS: »Wir schauen uns dieses bayerische Trauerspiel jetzt lange genug an. Es war höchste Zeit für einen Kreuzzug. Seit Ostern haben wir 47 Kruzifixe in Münchner Kultureinrichtungen gebracht. Einige hingen nur wenige Minuten, andere Stunden, manche einige Tage, mindestens zwölf hängen bis heute. Wir fordern, den Kreuzerlass kompromisslos umzusetzen und Literaturhäuser, Theater, Opern, Museen, Unis, Bibliotheken, Kinematheken, Balett- und Konzertsäle auch zum praktischen Bekenntnis, zur Kreuzpflicht zu zwingen. Kulturelle Identität ohne die Kulturorte? Wie halbherzig sind die Bayern eigentlich? Wird die CSU von Schlappschwanz-Christen verwaltet, von Protestanten gar? Armes Deutschland! Bitte zurücktreten!
Wir in der Frankfurter Hauptschule sind alle römisch-katholisch und wissen: Das Christentum kann es ohne Weiteres mit einem x-beliebigen Tatort, jeder angestaubten Stadttheaterinszenierung und allen Mimimi-Zeitgeistromanen aufnehmen. Ob Kunst, Christentum, Kobolde, Heinzelmännchen, Trump Coin oder Zahnfee – wir sind für jeden Jux zu haben, aber bitte konsequent. Angesichts der bayerischen Ignoranz fehlen uns die Worte. Zum Glück gibt es die Bibel: ‹Mein Haus soll ein Haus der Kunst für alle Völker genannt werden? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle für wirbellose Weichtiere wie mich gemacht.› (Markus 14,88).«“